Festschrift






Kirche Zuckmantel



Wappen

zum
ersten Zuckmantler- Treffen 1982,
vom 27. bis 29. August,
in Nürnberg-Eibach







Stempel

Bilder: aus »Vergangenheit und Gegenwart«
Fotos: Leihgaben von Zuckmantlern und von Helmut Müller
Herausgegeben vom Arbeitskreis
»Zuckmantler-Treffen 1982 in Nürnberg-Eibach.«
Bearbeitung und Zusammenstellung:
Helmut Müller und Karl Haydl
Alle Rechte vorbehalten






Zuckmantel-Teilansicht   1982

Zuckmantel-Teilansicht 1982





Inhaltsübersicht

Inhalt Seite
Vorwort 4
I.    Aus der Vergangenheit Zuckmantels - Geschichte, Wirtschaft, Schule und Kirche 5
II.    Evangelische Pfarrer in Zuckmantel ab 1681 (soweit bekannt) 22
III.    Im Geburtsort des Liedes " Bäm Hontertstroch " 24
IV.    Zuckmantler Gemeinde um 1930 - Familien und Dorfnamen 30
V.    Die Zuckmantler Gemarkung (Hattert) 41
VI.    Zuckmantel- Erinnerungen aus der Kindheit 43
VII.    Zuckmantel - Begebenheiten,Anektdoten und Redewendungen 52
VIII.    Heimat ( Gedicht ) 55
IX.   Gruß aus Zuckmantel 57
Nachwort 61





Vorwort


 
 
 
 

Liebe Zuckmantler !
Für unser erstes Zuckmantler-Treffen in der Bundesrepublik Deutschland haben wir versucht, eine kleine Festschrift zusammenzustellen und Euch als Andenken mitzugeben.
Es dürfte wohl die erste Festschrift dieser Art und in dieser Umgebung sein,die von Zuckmantlern für Zuckmantler geschrieben wurde.Die Daten wurden zusammengetragen und aus Erinnerungen notiert, daher bitten wir um Nachsicht,wenn zwischendurch ein Fehler unterlaufen sein sollte.
Das groSe Interesse unserer Zuckmantler Landsleute,die durch die Wirren und die Folgen des 2. Weltkrieges,aber insbesonders durch die Flucht am 8.September 1944 über die ganze Welt verstreut wurden,sich zuweilen auch in der Zerstreuung als große Gemeinschaft zu begegnen,bewog uns dazu, dieses Treffen zu organisieren,und anhand vorliegenden Heftchens Ihnen einen summarischen Einblick in das Zuckmantel von damals und heute zu vermitteln.
Mögen unsere Gedanken und Gefühle auch weiterhin unseren Geburts- und Heimatort Zuckmantel erreichen,mögen wir auch weiterhin das Zusammengehörigkeitsgefühl über die Grenzen hinweg pflegen und festigen,und zwar so lange,wie dort noch Freunde und Landsleute leben.
Wir danken allen,die mit Initiativen,Wort und Tat, Fotos und Dokumentationsmaterial beim Zustandekommen dieses ersten Zuckmantler-Treffens und der Festschrift mitgewirkt haben,recht herzlich und wünschen Euch,liebe Landsleute,und Ihnen, verehrte Freunde der Zuckmantler,ein frohes Beisammensein und eine angenehme, anregende Lektüre.

Nürnberg,im August 1982
Für den Arbeitskreis "Zuckmantler-Treffen"

Helmut Müller und Karl Haydl




I. AUS DER VERGANGENHEIT ZUCKMANTELS

—Geschichte, Wirtschaft,Schule, Kirche-
Geschichtliche Nachrichten über die evangelisch- sächsische Gemeinde Zuckmantel

Von Georg Römer
Zur Erinnerung an die Jahresversammlung des Schässburger Zweigvereins der Gustav-Adolf-Stiftung für Siebenbürgen am Fest Petri und Pauli 1876.

Geschichte:

 Die Gemeinde Zuckmantel - ungarisch Czikmántor, rumänisch:Czikmandru, - im Kockelburger Comitat an der Reichsstraße, welche von der sächsischen Stadt Schäßburg in nördlicher Richtung nach der Székler-Stadt Maros-Vásárhely führt, 3 5/8 Meilen von dieser und 3 1/8 Meilen von jener gelegen, stand bis zum Jahr 1848 unter dem grundherrschaftlichen Unterthänigkeitsverhältnis drückender Robottschaft. Zuckmantel gehört zu den sächsischen Gemeinden des sogenannten Dreizehndörferbundes, der sein Entstehen und seine traurige Berühmtheit in den Annalen siebenbürgischer Comitatsrechtspflege vor 1848 einem langwierigen Urbarialprozess zu verdanken hat, welcher diese Gemeinden nicht weniger als 18.000 Gulden kostete, ohne für die beschwerdeführenden Verbündeten einen günstigen Erfolg zu haben. Für Zuckmantel namentlich wurde der Druck der Hörigkeit nachher weit härter.

Über Entstehung und Namen der Gemeinde liegt hierorts gar nichts vor, indem im Jahr 1770 das Pfarrhaus (und der größte Teil der Gemeinde bis auf die nackten Mauern abbrannte, wobei auch das Parochial- oder Kirchenarchiv mit allen darin aufbewahrten Schriften und Gemeindeurkunden ein Raub der Flammen wurde. Demzufolge beginnt der älteste hier vorrätige Matrikelband erst mit dem Jahre 1777. Auch bei der Abtragung des alten Gotteshauses kam nirgends eine Jahreszahl von antiquarischer Bedeutung zum Vorschein; obgleich dessen Mauern aus lauter Steinen aufgeführt, mit ihren bunten Heiligenbildern, welche beim Abbrechen unter der dicken Kalkübertünchung hervortraten, einer fernen Vorzeit angehören mussten. Die älteste Jahreszahl allhier findet sich am Schwungholz der mittleren Glocke eingeschnitten mit 1672. Die Glocke selbst trägt in gotischer Schrift den Spruch: "O Rex Gloriae veni cum pace" (verdeutscht: "O König des Ruhms [besser: "der Ehren"] komm mit Frieden").

Wenden wir uns zu dem Namen der Gemeinde, vielleicht dass dieser uns auf ältere Zeiten zurückführe. Der Name "Zuckmantel" scheint nicht nach dem Niederrhein, woher die meisten deutschen Ansiedler nach Siebenbürgen kamen, sondern mehr nach Schlesien hinzuweisen, wo das seit dem letzten Oesterreichisch-Preußischen Kriege wohlbekannte Städtchen gleichen Namens nahe der preußischen Grenze sich findet. Vielleicht dürfte diese Mutmaßung auch an den im Zuckmantler Dialekt wie im Preußischen ausgesprochenen weichen G einige Unterstützung finden. Denn das in preußischer Mundart gesprochene "Eine jut jebratene Jans ist eine jute Jabe Jottes" lautet im Zuckmantler Sächsischen: "An jäut jebreaden Joans esz an jäut Jäaw Jottes." /Rittername "Zucke den Mantel" - Reiß den Mantel/.

Die bis noch bekannte früheste urkundliche Erwähnung unseres Gemeindenamens (in der Urkundensammlung des Vereins für siebenbürgische Landeskunde) findet sich in einer Klageschrift aus dem Jahr 1366 vom 11. Mai, in welcher Ladislaus, der Sohn des Demeter aus Czykmantel und Stephan, Sohn des Thome aus Kend, auf dem Landtag in Thorda Klage führen gegen die Sachsen aus Bogách (Bogeschdorf) und Keurus (Kirtsch), weil diese den Thome, Vater des Stephan aus Kend, in seinem Hause erschlagen und ihm die Brückenmautprivilegien, welche er mit dem Demeter aus Czykmantel gemeinsam besessen, geraubt und vernichtet hatten.

Die hier genannten Kläger waren vermutlich Abkömmlinge einer in jeder Zeit unter den Sachsen häufig vorkommenden reichbegüterten Gräfenfamilie indem heute noch Teile auf dem hiesigen Hattertgebiet nach deren Namen benannt werden, als: "Stippa", ist der sächsische Name in unserer Gegend für Stephan; ferner "Nagy Tamás", ist ungarisch und heißt: "Großer Thomas".

In späteren Urkunden, in welcher unserer Gemeinde Erwähnung geschieht, ist die Schreibart für ihren Namen eine sehr wandelbare. So wird derselbe nach Müllers "Deutschen Sprachdenkmälern" im Jahr 1377 urkundlich "Czekmantel", im Jahr 1413 "Czekmanthol" und auch "Chikmantel", und im Jahr 1491 in einem Schriftstück, das im Schäßburger Archiv aufgehoben ist "Czukmantel" geschrieben. Die auf dem jetzigen Pfarramtssiegel stehende Benennung "Zuckmannthal" ist eine empörende orthografische Eigenmächtigkeit. Dagegen haben wir uns nun auf die neuangeschaffte Stampiglie 2) den rechten Namen "Zukmantel" eingravieren lassen.

Die Gründer unserer Gemeinde dürften wohl unter den nämlichen Bedingungen sich hier angesiedelt haben, wie die der übrigen sächsischen Comitatsgemeinden zwischen den beiden Kokeln. Und zwar müssen jene Bedingungen sehr vorteilhaft gewesen sein; nicht im Entferntesten ähnlich dem späteren Hörigkeitsverhältnis, das sich zu den drückendsten Frohndiensten ausgewachsen hatte. Anders wäre kein Deutscher auf den Gedanken gekommen, hier als geknechteter Frohnbauer sein Heim zu gründen. Auch wäre es den Ortschaften Nadosch, Manyersch, Feldorf, Zendersch, Rod, Klein-Alisch, Irmesch, Johannisdorf, Reussdorf nicht möglich gewesen, gleich den Gemeinden auf freiem Königsboden ihre Kirchen mit festungsartigen Schutzmauern zu umgeben; es würde ihnen dazu an Mitteln und an Zeit gefehlt haben.

Soviel ist sicher anzunehmen: diese Gemeinden waren mit den vorteilhaftesten Privilegien versehn; wann, wo, wie ihnen diese Gemeindefreibriefe, von denen noch einige unwesentliche hier, dort in den Kirchenarchiven aufbewahrt liegen, verloren gingen, ist noch ein Rätsel.

Bis zum Jahr 1780 war Zuckmantel ein rein sächsisches Dorf, nur die Viehhirten, etwa vier Familien, gehörten der romänischen Nation an. Nachher beriefen die hiesigen adligen Grundherren wiederholt Romänen als Inquilinen3) hieher und beteiligten dieselben bei der neuen Hattertaufteilung im Jahr 1804, gleich den übrigen Grundholden mit Grundstücken und mit einer nicht unbedeutenden Portio canonica4), worauf die Romänen, welche sich bisher zu der griechisch-orientalischen Kirchengemeinde Nadosch gehalten hatten, zum unirten5) Ritus übertraten, sich einen Popen wählten und 1820 den Grund zu einer ziemlich geräumigen Kirchen legten, deren Bau sie im darauffolgenden Jahr vollendeten.

Im Ganzen zählt Zuckmantel gegenwärtig zuständige Bewohner:

a) Sachsen, evangel. Augsb. Confession ........................   641 Seelen

b) Deutsche, römisch-Katholische ................................      14   "

c) Deutschböhmen, röm.-Kath.........................................     4   "

d) Ungarn, evangel. Helvet. Confession ........................        25   "

e) Romänen, griechisch-Katholische .............................     249   "

f) Zigeuner, griechisch-Katholische .................................     33   "

g) Israeliten, mosaisch .....................................................    6   "

                                                                                  ---------------------------------

                                                                       zusammen     972 Seelen

 

Die Beschäftigung dieser Einwohnerschaft ist vorwiegend der Landbau. Vertreter anderer Berufsarten sind hier ansässig: drei Schuster-, ein Tischler- und ein Wagnermeister, ein Greislereibesitzer6) und - gar nicht zum Nutzen der Gemeinde - sechs Schankwirte.Der große Übelstand so vieler Wirtshäuser hat seinen Grund in der gegentrotzigen Eigenwilligkeit der adeligen Grundbesitzer, deren jeder abgesondert das ihm zustehende Schankregale verpachtet; während, wenn sie sich auf einen, oder höchstens zwei Pächter einigen sollten, sie selbst einen bedeutenderen Nutzen beziehen, und auch die Gemeindeeinwohner nicht so vielfältiger Gelegenheit und Lockung zur Demoralisation ausgesetzt sein dürften.

Das Hattertgebiet bildet einen Gesamtflächenraum von 2972 Joch7) 1267 Quadratklaftern8), welches Areale nach den üblichen Kulturgattungen folgendermaßen zwischen die adeligen Grundbesitzer und die Gemeinde verteilt ist:

 

I.                                  Adeliger Besitz           Nichtadeliger Besitz               Zusammen

 

A. Äcker                       334 J    82 Qkl.           941 J   486 Qkl.                    1275 J    568 Qkl.

B. Wiesen? Gärten          90     729                 175      243                             265      972

C. Weingärten                 25     778                 969      102                             102      147 (?)

D. Hutweide                    43     449                 236      778                              279    1227

E. Waldung                   548     720                 337    1055                              922      175 (?)

F. Unproduktiv                 15     399                 112      979                              127    1378

            ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

            Summe9)         1056   1557                1915    1310                            2972    1267

 

Für den Unterricht ihrer Kinder unterhält die Gemeinde eine zweiklassige Volksschule, in welcher gegenwärtig 115 schulbesuchenden Kindern, nach Geschlecht nicht getrennt, von zwei Lehrern Unterricht ertheilt wird. Der Schulbesuch ist ein zufriedenstellender. Schulversäumnisse kommen meistens nur in Krankheitsfällen und aus andern zu entschuldigenden Ursachen vor. Der Bildungs- und Sittlichkeitszustand der Gemeinde ist ein rühmlich fortschreitender. Dafür zeugen auch die in der Gemeinde bestehenden Vereine. Am Ortsverein der Gustav-Adolf-Stiftung betheiligen sich alle Hausväter als Mitglieder desselben. Hierdurch angeregt haben auch die Hausmütter einen Frauenverein gegründet, für eine würdige innere Ausstattung des Gotteshauses. Der hiesige frühere Leseverein hat sich seit dem Inslebentreten des "Dreizehndörfer-Bezirksverein für Landwirthschaft" diesem als "landwirthschaftlicher Ortsverein" angeschlossen, er hält regelmäßig monatlich eine Versammlung.

Reger Berufsfleiß, Liebe für Zucht und Ordnung in Haus und Gemeinde, Verständnis für vernünftigen Fortschritt sind hier so ziemlich einheimisch gewordene Tugenden. Daher fehlt es auch nicht an Folgsamkeit und Opferwilligkeit bei Ausführung des einmal erkannten Guten und Nothwendigen.

Bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von nur 300 fl. ö. W.9) für die Kirchenkassen, woher die jährlichen verschiedenerlei Steuern und Abgaben, die Instandhaltung der kirchlichen Gebäude u.s.w. bestritten werden müssen, hat die Gemeinde in letzter Zeit besonders auf kirchliche Neubauten viele und große Opfer gebracht.

Schon früher, im Jahr 1828, wurde das ansehnliche, an sich geräumige, leider aber nach seiner Raumeinteilung den jetzigen pädagogischen Anforderungen nicht entsprechende Schulhaus und in den Jahren 1845 und 1846 die Predigerwohnung erbaut. Mit gemauerten feuersicheren Scheunen und Stallungen wurden versehen 1858 der Pfarr- und 1861 der Predigerhof. Bei diesen Bauten, welche 1872 mit einer sehr dringenden Erweiterung des Pfarrhauses geschlossen wurden, leisteten die Gemeindemitglieder nur die Zufuhren und Handlangerdienste: Das für Baumaterialien und die Bezahlung der Baumeister erforderliche Geld wurde der Kirchenkasse entnommen. Umso größer waren dagegen die Opfer, welche die Gemeindeangehörigen für den Neubau der Kirche brachten, und noch fortwährend zur Tilgung der Kirchenbauschuld bringen müssen.

Angesichts des sehr baufälligen, jeden Augenblick den Einsturz drohenden und auch für die angewachsene Gemeinde viel zu klein gewordene Gotteshauses, wurde am 24. Februar 1857 in einer Gemeindeversammlung der einhellige Beschluss gefasst: eine neue Kirche zu bauen, zur Ermöglichung dessen jeder evangelische Hauswirth verpflichtet sein solle, solange es erforderlich sein werde, den zwanzigsten Theil seiner Mostfechsung10) alljährlich darzugeben. Zufolge dieses Beschlusses und in sicherer Aussicht auf ein zu erhaltendes Darlehen von 3000 fl. österr. Währ. aus dem Pensionsfonds der evangel. Landeskirche in Hermannstadt, wurde es der Gemeinde möglich am 6. Juni Pfingstdienstag 1865 zum Aufbau eines neuen Gotteshauses den Grundstein zu legen.

Der Bau zusammt der Beschaffung eines Altars, einer Kanzel und Orgel und überhaupt einer ganz neuen inneren und äußeren Einrichtung - von der alten Kirche blieb nur der Turm unberührt - nahm vier Jahre in Anspruch: und es fand die Einweihung der neuen Kirche durch den Hochwürdigen Herrn Superintendenten Dr. G.D. Teutsch am 25. Mai, Christi Himmelfahrt, 1870 statt. Die Kirche ist im Renaissancestil gebaut und macht auf den Beschauer einen recht befriedigenden und erhebenden Eindruck. Die Baukosten zusammt den bis jetzt entrichteten Zinsen für aufgenommene Kapitalien belaufen sich auf 21.723 fl. 43 Kr. Ö.W.

Zur theilweisen Deckung dieser Baukosten haben die Gemeindeangehörigen von 1857 bis 1875, also durch 19 Jahre, freiwillig beigetragen:

 

a) in Most 4763 siebenb. Eimer, Gelderlös dafür                      5111 fl   48 kr.

b) in Mais 513 Viertel in Kolben    "                                          194      94

c) durch Schotterprismen auf die Landstraße                           3373      39

d) in geleisteten Holzfuhren                                                      154      62

                                                                                  -----------------------------------------

                                                                       Zusammen     8834 fl    43 kr.

 

Vom evangel. Vereine der Gustav-Adolf-Stiftung hat die Gemeinde Unterstützung erhalten 2592 fl   60 kr.

An aufgenommen Darlehen hat die Gemeinde noch abzutragen 4392 fl  42 kr. österr. Währ., wovon der größere Theil in halbjährigen Annuitäten durch die nächsten 12 Jahre, d.i. bis 15. Juni 1888, zu amortisieren ist.

Wir sind somit noch mit einem bedeutenden Passivum belastet und es wäre zur Lösung desselben eine günstigere Zeit herbeizuwünschen, als eben die gegenwärtige ist. Doch das ist Sache Gottes, dem wir freudig danken, dass uns unter seinem Beistande und unter Mithilfe unserer nähern und fernern evangelischen Glaubensgenossen das Schwerste gelungen ist. Unser freundliches Gotteshaus steht ganz fertig da, ein Denkmal opferfreudigen Glaubens und christlicher Bruderliebe. Möge es immer eine würdige Pflegestätte reiner Lehre und wahrer Gottesfurcht sein und bleiben, auf dass die Herzen Aller, die darin ein- und ausgehen geheiliget werden zu Tempeln Gottes!

 (-) Dazugefügt durch neuere Ergebnisse der Erforschung. Hans Kirschlager, Pfarrer in Zuckmantel von 1964 bis 1968.

 1) Gustav-Adolf-Stiftung = Gustav II. Adolf, König von Schweden, versuchte während des 30jährigen Krieges gegen den katholischen Kaiser die "gerechte Sache", den Augsburger Religionsfrieden von 1555, wieder herzustellen. Dabei konnte er bis München vordringen und den arg in Bedrängnis geratenen Protestanten helfen. Gustav Adolf fiel am 06.11.1632 in der Schlacht bei Lützen. 200 Jahre nach seinem Tode wurde bei Lützen ein Denkmal gebaut. Eine Gruppe von Leipziger Bürgern wollte aber auch ein "lebendiges Denkmal" errichten und gründete die Gustav-Adolf-Stiftung. Jeder konnte darin Mitglied sein, auch mit einem geringen Geldbetrag. Die Zinsen kamen bedrängten evangelischen Glaubensgenossen zugute. Aus dieser Stiftung entwickelte sich das Gustav-Adolf-Werk der Evangelischen Kirche, das älteste evangelische Hilfswerk in Deutschland, das auch heute noch weltweit Protestanten in der Diaspora unterstützt.

2) Stampiglie = Stempel

3) Inquilin = Einmieter, Mitbewohner

4) Portio canonica = Kirchlicher Anteil (Abgabe)

5) unirt = hier: griechisch-katholisch (mit orthodoxen Elementen: z.B. darf der Pope heiraten)

6) Greislerei = Krämerladen

7) Joch (Maßeinheit, österreichisch) = 1.600 Quadratklafter = 5.754,642 m²

8) Quadratklafter (Maßeinheit, österreichisch) = 360,29 m²

9) fl. ö.W. = Gulden (österreichische Währung). /1 fl (Gulden) = 100 kr. (Kreuzer) = 9,157 Euro/

10) Fechsung = Ernte

 

 

 

 

 

 



Adjuvanten (Blaskapelle) vor dem 2. Weltkrieg

Adjuvanten (Blaskapelle) vor dem 2. Weltkrieg


Mutter mit Kindern  um 1915 (Dorftracht)

Mutter mit Kindern um 1915 (Dorftracht) (Müller Elisabeth- Scharpel Lisi Nr. 32)


Deutsche Volksschule (Aufnahme 1982)

Deutsche Volksschule (Aufnahme 1982)


>Evangelische Kirche

Evangelische Kirche (Neu Erbaut zwischen 1865 -1870)


>Inneres der Kirche: Altar

Inneres der Kirche: Altar




II. Evangelische Pfarrer in Zuckmantel





ab 1681 (soweit bekannt)


1. Georg Welter 1681 bis 1700
2. Michael Sixtius 1700 bis 1776
3. Michael Wagner 1777 bis 1824
4. Johann Herberth 1825 bis 1859
5. Georg Römer 1860 bis 1890
6. Georg Wilhelm Henning 1890 bis 1896
7. Georg Schuller 1896 bis 1904
8. Johannm Weinrich 1904 bis 1921
9. Dr. Albert Eisenburger 1922 bis 1926
10. Johann Gustav Rastel 1927 bis 1929
11. Otto Leonhardt 1930 bis 1936
12. - Rether 1936 bis 1938
13. Helmut Hoffmann 1938 bis 1951
14. Hans Lienert bis -
15. Samuel Müller 1955 bis 1964
16. Hans Kirschlager 1965 bis 1968
17. Josef Polder 1968 bis 1972
18. - Schneider bis -

Pfarrer Hans  Kirschlager

Pfarrer Hans Kirschlager



Brautpaar um 1873


III. Im Geburtsort des Liedes »Bäm Hontertstroch«


Zu Besuch bei Kramers und Haydls in Zuckmantel / Tagesüber bei der Arbeit, am Abend in der "Spannstuf" / Von Helwig Schumann (N.W. 19. Dez. 1978)
Wir waren nach Zuckmantel gekommen, um zu sehen, womit sich die Dorfbewohner zur Zeit beschäftigen und was sich im Ort auf kulturellem und gesellschaftlichem Gebiet noch zuträgt.
Unser erster Besuch galt der Allgemeinschule, wo wir Lehrerin Susanne Schneider antrafen, die mit Lehrerin Gerda Botschner 29 deutsche Kinder in den vier Klassen der Unterstufe unterrichtet. Die größeren Kinder besuchen den Oberzyklus in Nadesch. Lehrerin Susanne Schneider befaßt sich auch mit der Kulturarbeit in der Ortschaft. Im Frühsommer hatte man das Lustspiel „Der versiegelte Bürgermeister" von Ernst Raupach aufgeführt. „Die Zuckmantler sind ein bequemer, fast schwerfälliger Menschenschlag", sagt die Lehrerin. „Sie sind nicht so leicht für eine Tätigkeit zu gewinnen, die nicht mit ihrer beruflichen oder häuslichen Arbeit in Zusammenhang steht. Unsere eifrigsten und auch -, dienstältesten' Laienkünstler: Irmgard Bettler, Michael Müller, Heinrich Kramer, Heinrich Schmidt und Eduard Kramer." Auch bei der zweiten Auflage des Landesfestivals „Cintarea Romaniei" will man mit einem deutschen Theaterstück auftreten.
Ein künstlerisches Programm gibt es auch bei jedem Elternabend. Es wird von den Kindern der Unterstufe bestritten. Ähnlich gestalten sich die Elternabende im Kindergarten des SLB. Hier treffen wir die junge Päda-Absolventin Ursula Eisert. „Die Arbeit mit den Kindern macht mir viel Spaß", versichert sie, „und der Kindergarten ist sehr gut ausgestattet, besser als mancher Kindergarten in Sibiu, wo ich als Schülerin praktiziert habe."


Zu Hause bei Sara Haydl Sara Haydl hat heuer ihren 80. Geburtstag gefeiert. 1911 trat sie als junges Mädchen im Laientheater auf und auch heute noch kann sie teilweise ihre damalige Rolle. Wir sitzen bei Sara Haydl in der Küche. In dem Raum gibt es eine alte Pendeluhr, einen Wandschrank, in dem Gewürze und einige Lebensmittel aufbewahrt werden, sowie mehrere andere Bauernmöbel. Es ist warm und gemütlich. „Zuritant", wie unsere Gastgeberin im Ort genannt wird, weiß vieles zu berichte Nach der Pendeluhr gefragt, antwortet sie: „Die ist über 100 Jahre alt, denn noch mein Vater hat sie besessen." Es ist Mittagszeit und ihr Sohn Michael Kramer (57), Zimmermann beim SLB, kommt zum Essen.
Von den drei Enkeln ist nur Eduard Kramer (27) im Ort ansässig. Er arbeitet in Schässburg.
Was tun die Zuckmantler in der kalten Jahreszeit, wenn Feldund Gartenarbeiten beendet sind? Die Verheirateten beispielsweise treffen sich jeden Abend, außer am Wochenende, im Kränzchen, in der sogenannten „Spannstuf" (Spinnstube).
„J" von Joss
Bei der Ende November von der deutschen TV-Sendung ausgestrahlten Trachtenschau des Schässburger Industrielyzeums „Joseph Haltrich" hatte Renate Müller, Schülerin der II.Klasse, die sächsische Tracht aus Zuckmantel vorgestellt. Aus dem von Renate in Mundart vorgetragenen Vers ging hervor, daß in diesem Raum anstelle des Buchstaben „G" das „J" gebraucht wird, demnach gehen die Zuckmantler „än de Joss" (Gasse) oder in den „Jorten" (Garten), und daß das bekannte sächsische Volks- Lied „Bäm Hontertstroch" in Zuckmantel von Karl Römer geschrieben wurde. An diesen Holunderstrauch kann sich auch Sara Haydl noch erinnern. Er soll dort gestanden haben, wo heute das Kulturheim steht.
In Zuckmantel gibt es viele Kramer. Um einer Verwirrung vorzubeugen, hat jeder Kramer einen Beinamen. Auch viele Haydls und Müllers gibt es im Dorf.


„Robot" und „Martinszins"
Weil schon von Namen die Rede ist: In diesem Dokument aus dem Jahre 1325 heißt der Ort „Chekmantul", in einem aus 1366 „Chykmanthel", 1377 „Ceckmantel" und 1453 „Cykmantul". In diesen Dokumenten handelt es sich meistens um Klagen der Ortseinwohner gegen die Gutsherren. Zuckmantel zählte auch zu den „13 Dörfern". 1764 wurde durch ein Gubernialdekret die Dauer der zu entrichtenden „Robot" festgelegt, und zwar „...4 Tage ohne Zugpferde und 3 Tage mit Zugpferden" je Woche. In einem Beschwerdebrief an den damaligen Hermannstädter Stuhlsrichter wurde der „Robotdienst in der Höhe von vier Tagen als unerträglich" befunden. Die Folge war, daß die Wortführer der unzufriedenen Bauern in Eisen geschlagen und die Menschen mit Gewalt zum Frontdienst geschleppt wurden.
Allein das Mühl-, Schank-, Fischerei-, Wald- und Weiderecht wurde der Dorfgemeinschaft in der Regel zugesprochen, dafür mußte sie den „Martinszins" entrichten.
Heute arbeiten die Zuckmantler auf den Feldern der LPG und des SLB oder in den Wirtschaftseinheiten der 24 Kilometer entfernten Stadt. Auch sonst gibt es viel zu tun. Dazu Johann Schuller: „Wir haben ständig am Haus etwas zu reparieren, weil das Grundwasser sehr hoch steht und aus diesem Grund das Mauerwerk immer wieder schadhaft wird". Auf der Tagesordnung steht zur Zeit auch das Schweineschlaten.
Michael Kramer (Haus Nr. 101) versichert: „Schweineschlachten gehört nun einmal zu jedem sächsischen Haushalt." In der Freizeit aber geht man, wie gesagt, „än de Joss", ins Kränzchen, oder auf Besuch. Die Jugend veranstaltet an den Wochenenden Tanzunterhaltungen, während alljährlich die Laienkünstler ein Theaterstück einstudieren, um es im Kulturheim vorzuführen.


Sächsische Mädchen in Tracht 1982
Sächsische Mädchen in Tracht 1982

Sächsische Mädchen in Tracht 1982


Äm Hontertstroch ( Im Holderstrauch )
Gedicht: Karl Römer
Musik Hermann Kirchner
1
2
3
Äm Hontertstroch, äm Hontertstroch,
mer sassen Hand an Hand,
mer woren an der Maenzegt
de gläklichsten am Land.
Äm Hontertstroch, äm Hontertstroch,
un Uefschid geng et na.
Kam bald zeräck, kam bald zeräck
menj Allerläfster ta!
Äm Hontertstroch, äm Hontertstroch,
do sätzt en trourich Med.
Der Vijel schwecht, der
Honterstroch
di huet langhär verbläht.
Beim Holderstrauch, beim Holderstrauch,
wir sassen Hand in Hand,
wir waren in der Maienzeit
die Glücklichsten im Land Beim Holderstrauch, beim Holderstrauch,
da muss geschieden sein.
Kehr bald zurück, kehr bald zurück,
du Allerliebster mein!
Beim Holderstrauch, beim Holderstrauch,
da weint ein Mägdlein sehr.
Der Vogel schweigt, der
Holderstrauch,
der blüht schon lang nicht mehr.


Anfang Juni 1896,dichtet Karl Römer, Professor

am Mediascher Gymnasium,das vierstrophige Liebeslied "Bäm Honterstreoch in sächsischer Mundart. Erinnerungen an seine Dorfheimat Zuckmantel haben die entscheidende Anregung zu Inhalt und Sprachbild "Hontertstreoch= Holunderstrauch" geliefert.
Einige Tage später vertont Hermann Kirchner,ein gebürtiger Thüringer,seit 1893 Chordirigent des Mediascher Musikvereins,das Lied. Am 29.Juni 1896 wird das Lied auf einer Bezirkstagung des Gustav-Adolf-Vereins in Reichersdorf bei Mediasch von der Jugend des Dorfes zum erstenmal öffentlich gesungen.Rasch verbreitet es sich zunächst im siebenbürgischen Weinland und dann überhaupt in den sächsischen Siedlungsgebieten Siebenbürgens. Am 6.Okt.1896 sint Hermann Kirchner selbst,gelegentlich einer Konzertreise nach Deutschland, das Lied in der Singakademie in Berlin. Römer hat zu diesem Zweck das Lied rasch ins Hochdeutsche übersetzt.
Anläßlich des Frankfurter Sängerfestes 1903,regt der Deutsche Kaiser an, Männergesangvereine sollten auch volkstümliche Weisen pflegen."Beim Holderstrauch" wird sowohl in das "Kaiserliederbuch", als auch später in das Landesliederbuch des "Allgemeinen Deutschen Sängerbundes" aufgenommen und gewinnt dadurch rasch große Verbreitung in Deutschland.
Ab 1933 ist das Lied immer wieder im deutschen Rundfunk zu hören.1936 gehört es zu den sechs Volksliedern,die der Musikverein Wilh.Gebauer, Leipzig,als seine großen Rundfunk- und Schallplattenerfolge bezeichnet.
1939 erhält der Dichter des Liedes eine Karte aus Japan. Ein Europäer auf Reisen,erläutert ihm den abgebildeten Drucktext.Es ist die japanische Fassung des Holunderstrauchliedes.Das Lied hat die Reise rings um die Welt gemacht.
Aus "Heimat im Herzen, wir Siebenhürger" v.O. Folberth


IV. Zuckmantler Gemeinde um 1930- Familien und Dorfnamen -


 

 

 

 

Haus Nr.
Nachname
Vorname Mann/Frau
Dorfname Mann
/ Frau
14
Orban
Josef, Maria
Orban
Fichen Marichen
15
Kramer
Martin, Maria
Martin Martin
Schmäde Marichen
29
Schneider
Johann, Regina
Schneder
Haitumes Rejini
30
Kramer
Michael, Maria
Klin Micki
Weiskirjer Marichen
31
Haydl
Martin, Maria
Tumes Martin
Solzandater Marichen
32
Müller
Johann, Elisabeth
Stefen Hanzi
Scharpel Lisi
33
Haydl
Michael, Regina
Haitumes
Schärpe1 Rejini
49
Schmidt
Martin, Maria
Schmäde Martin
Krestel Marichen
50
Müller
Johann, Sara
Möllner Hanzi
Fichen Ziri
51
Haydl
Stefan, Katharina
Haido Stefan
Klein Kathi
52
Müller
Georg, Sara
Fakesch Jorj
Berler Ziri
53
Wagner
Johann, Anna
Wogner Hanzi
Palescher Enchen
53
Wagner
Katharina
Stippa Kathi
54
Müller
Johann, Katharina
Solzandater Hanzi
Stefen Kathi
55
Schmidt
Michael, Sara
Schmäde Micki
Stefen Zuri
56
Bloos
Andreas, Regina
Bloosen Oinzi
Bloosan
57
Klein
Peter, Sofia
Klein Peter
Solzandater Sofi
57
Klein
Michael, Maria
Klein Micki
Stefen Marichen
58
Schmidt
Andreas, Maria
Prädijer Oinzi
Kramer Marichen
62
Kramer
Michael, Elisabeth
Biro Micki
Lisi Ninä
62
Kramer
Andreas, Sara
Klin Oinzi
Bloosen Zuri
63
Klein
Johann, Maria
Klein Hanzi
Pieter Marichen
63
Kramer
Petrus, Katharina
Jerepieter Peter
Fakesch Kathi

Haus Nr.
Nachname
Vorname
Mann/Frau
Dorfname Mann
/ Frau
64
Kramer
Martin,
Maria
Tumes Martin
Hennengoinders
Marichen
65
Knuff
Martin,
Sara
Knuff
Kallner Zuri
64
Haydl
Johann,
Katharina
Komo Schmädt
Tumes Kathi
64
Kramer
Sofia
Prädijer Sofi
66
Haydl
Michael
, Sara
Haido Micki
Kristan Zuri
70
Schmidt
Stefan,
Katharina
Klein Stefan
Stefi Kathi
71
Welther
Michael
, Katharina
Klinalescher Micki
Klinalescheran
72
Schmidt
Johann,
Sara
Schmäden Hanzi
Haitumes Zuri
73
Schmidt
Katharina
Dannderferan
74
Haydl
Johann,
Maria
Haitumes Hanzi
Kerekesch Marichen
75
Funtsch
Andreas
, Maria
Krestel Oinzi
Haido Marichen
75
Kramer
Petrus,
Katharina
Krestel Peter
Haido Kathi
76
Funtsch
Andreas
, Katharina
SolzmÖllner
77
Welther
Petrus,
Sofia
Klinalescher Peter
Palescher Sofi
78
Müller
Andreas
, Katharina
Fakesch Oinzi
Krestel Kathi
79
Müller
Andreas
, Katharina
Stefen Oinzi
Solzandater Kathi
80
Kramer
Andreas
, Maria
Pieter Oinzi
81
Henning
Michael
, Katharina
Weisshenneng
Krestel Kathi
82
Haydl
Thomas,
Sara
Palescher
Jirkuanchen
83
Müller
Michael
, Sara
Fakesch Micki
Stefen Zuri
84
Schuller
Peter, Sara
Funtschen Peter
Stefi Zuri
85
Wagner
Johann,
Sara
Mag, Hanzi
Lechewer Zuri
86
Kramer
Johann,
Katharina
Tumes Hanzi
Schmäde Kathi
87
Kramer
Martin,
Katharina
Pieter Martin
88
Kramer
Michael
, Maria
Lechewer Micki
Haza Marichen
89
Kramer
Johann,
Katharina
Pieter Hanzi
Schmäde Kathi

1. Nachbarschaft 1933

3. Nachbarschaft 1933

Vier Generationen Richtag 1933
Taufe 1971

Haus Nr
Nachname
Vorname
Mann/Frau
Dorfname Mann
/ Frau
90
Kramer
Michael
, Katharina
Pieter Micki
Pascher Kathi
91
Kramer
Michael
, Katharina
Pieter Micki
Haido Kathi
92
Müller
Stefan,
Sara
Stipa
Wogner Zuri
93
Schuller
Johann,
Elisabeth
Orjenisten Hanzi
Berler Lisi
94
Haydl
Johann,
Katharina
Haitumes Hanzi
Klinascher Kathi
94
Funtsch
Johann,
Katharina
Funtschen Hanzi
Möllner Kathi
95
Welther
Stefan,
Sara
Klinalescher Stefan
Pascher Ziri
96
Bell
Michael
, Sara
Krlstan Micki
Schmäden Zuri
96
Bell
Johann,
Maria
Kristan Hanzi
Kadar Marichen
97
Haydl
Michael
, Sara
Stipes Micki
Weiskirjner Zuri
98
Müller
Georg, Katharina
Oafar Jorj
Kallner Kathi
99
Müller
Johann,
Sara
Stefen Hanzi
Schneder Zuri
100
Welther
Johann,
Katharina
Klinalescher Hanzi
Weiskirjer Kathi
100
Welther
Martin,
Elisabeth
Klinalescher Martin
Prädijer Lisi
101
Kramer
Michael
, Maria
Biro Micki
Bloosen Marichen
102
Müller
Andreas
, Maria
Fakesch Oinzi
Mag Mitzi
103
Schuller
Michael
, Maria
Schuller
Tumes Mitzi
104
Müller
Michael
, Regina
Honesmöllner Micki
Haido Rejini
105
Müller
Michael,
, Maria
Bloosen Marichen
106
Bettler
Andreas,
, Maria
Schoster Oinzi
Kallner Mitzi
109
Müller
Johann,
Maria
Kadar Hanzi
Möllner Marichen
110
Kramer
Michael
, Regina
Tumes Micki
Möllner Jini
111
Kramer
Michael
, Sara
Möllner Mikes
Stefen Zuri
112
Funtsch
Andreas,
, Anna
Funtschen Oinzi
Stefi Enchen
113
Kramer
Franz, Sara
.Franz
Kerekesch Ziri
114
Müller
Johann,
Maria
Stipa Hanzi
Kristan Marichen
115
Kramer
Johann,
Maria
Tumes Hanzi
Tumes Marichen

Haus Nr.
Nachname
Vorname Mann/Frau
Dorfname Mann
/ Frau
116
Kramer
Johann, Katharina
Tumes Hanzi
Haido Kathi
117
Haydl
Martin (unverheiratet)
Schoster Martin
125
Müller
Johann, Sara
Honesmöllner Hanzi
Haido Zuri
131
Müller
Andreas, Katharina
Möllner Oinzi
Wogner Kathi
123
Kramer
Peter, Sofia
Jerepieter Peter
Kremer Sofi
133
Müller
Michael, Sara
Martin Mlcki
Wogner Zuri
134
Kramer
Johann, Sara
Möllnerpieter Hanzi
Klin Zuri
136
Lorenz
Karl, Maria
Lorenz Karl
Kremer Marichen
138
Haydl
Karl, Sara
Stipes Karl
Möllner Zuri
139
Bell
Georg, Sara
Bell Jorj
Fakesch Zuri
140
Müller
Johann, Sara
Fakesch Hanzi
Fakesch Zuri
141
Bloos
Andreas, Katharina
Bloos
142
Kramer
Johann, Sara
Kramer Hanzi
Funtschen Zuri
143
Haydl
Johann, Maria
Palescher Hanzi
Stefianchen
144
Schmidt
Georg, Maria
Schmeden Jorj
Möllner Marichen
145
Müller
Michael, Katharina
Stefen Micki
Schmäde Kathi
146
Schuller
Peter, Sara
Mischen Peter
Lurzanchen
147
Konz
Karl, Borko
Konz
Borko
148
Müller
Michael, Katharina
Stipa Micki
Haza Kathi
148
Lorenz
Johann, Anna
Lonrenz Hanzi
Stipa Enchen
149
Kramer
Andreas, Katharina
Möllner-Pieter-Oinzi
Haza Kathi
151
Kramer
Johann, Sofia
Kremer
Stefen Sofi
152
Kramer
Michael, Maria
Haza Micki
Jejer Marichen
153
Henning
Johann, Elisabeth
Hennengoinders Hanzi
Tumes Lisi
154
Henning
Michael, Maria
Hennengoinders Micki
Fakesch Marichen
1 54
Wagner
Johann, Maria
Kerekesch
Bloosanchen
155
Kramer
Andreas, Maria
Lechewer Oinzi
Stefen Marichen

Haus Nr.
Nachname
Vorname Mann/Frau
Dorfname Mann
/ Frau
156
Müller
Johann, Katharina
Solzandater Hanzi
Mischen Kathi
157
Haydl
Thomas, Regina
Palescher Tuma
Honesmöllner Rejini
158
Müller
Michael, Sara
Stefen Micki
Pieter Zuri
159
Kramer
Peter, Maria
Krestel Peter
Stipa Mitzi
160
Kramer
Johann, Katharina
Pieter Hanzi
Orjenisten Kathi
161
Haydl
Andreas, Elisabeth
Schmäden Oinzi
Lechewer Lisi
161
Kramer
Johann, Katharina
Tumes Hanzi
Berler Kathi
162
Müller
Michael, Sara
Stefen Micki
Tumes Ziri
163
Müller
Michael, Katharina
Ruet Stipa
Wogner Kathi
165
Schuller
Johann, Katharina
Mischen Hanzi
Pieter Kathi
166
Schuller
Johann, Katharina
Mischen Hanzi
Fakesch Mitzi
167
Haydl
Michael, Katharina
Haitumes Micki
Pieter Kathi
168
Müller
Michael, Katharina
Long Stipa
Lechewer Kathi
169
Welther
Stefan, Frieda
Stipes
Frieda
169
Welther
Peter, Regina
Piti
Haza Jini
170
Müller
Andreas, Sara
Honesmöllner Oinzi
Stipa Zuri
181
Kramer
Michael, Regina
Kremer Micki
Wogner Jini
182
Schmidt
Johann, Sofia
Schmäden Hanzi
Solzandater Sofi
182
Jobi
Robert, Maria
Jobian
183
Haydl
Michael, Maria
Haido Micki
Stefen Mitzi
184
Müller
Michael, Sofia
Möllner Micki
Solzandater Sofi
185
Haydl
Michael, Katharina
Haido Micki
Lorenzanchen
187
Kramer
Michael, Katharina
Lechewer Micki
Stefen Kathi
188
Lorenz
Friedrich, Katharina
Fridi
Stuck Kathi
189
Kramer
Michael, Sara
Jerepieter Micki
Jirkuanchen
189
Kramer
Johann, Katharina
Jerepieter Hanzi
Haza Kathi
190
Kramer
Johann, Katharina
Möllner Hanzi
Mag Kathi

Haus Nr.
Nachname
Vorname Mann/Frau
Dorfname Mann
/ Frau
156
Müller
Johann, Katharina
Solzandater Hanzi
Mischen Kathi
157
Haydl
Thomas, Regina
Palescher Tuma
Honesmöllner Rejini
158
Müller
Michael, Sara
Stefen Micki
Pieter Zuri
159
Kramer
Peter, Maria
Krestel Peter
Stipa Mitzi
160
Kramer
Johann, Katharina
Pieter Hanzi
Orjenisten Kathi
161
Haydl
Andreas, Elisabeth
Schmäden Oinzi
Lechewer Lisi
161
Kramer
Johann, Katharina
Turnes Hanzi
Berler Kathi
162
Müller
Michael, Sara
Stefen Micki
Tumes Ziri
163
Müller
Michael, Katharina
Ruet Stipa
Wogner Kathi
165
Schuller
Johann, Katharina
Mischen Hanzi
Pieter Kathi
166
Schuller
Johann, Katharina
Mischen Hanzi
Fakesch Mitzi
167
Haydl
Michael, Katharina
Haitumes Micki
Pieter Kathi
168
Müller
Michael, Katharina
Long Stipa
Lechewer Kathi
169
Welther
Stefan, Frieda
Stipes'
Frieda
169
Welther
Peter, Regina
Piti
Haza Jini
170
Müller
Andreas, Sara
Honesmöllner Oinzi
Stipa Zuri
181
Kramer
Michael, Regina
Kremer Micki
Wogner Jini
182
Schmidt
Johann, Sofia
Schmäden Hanzi
Solzandater Sofi
182
Jobi
Robert, Maria
Jobian
183
Haydl
Michael, Maria
Haido Micki
Stefen Mitzi
184
Müller
Michael, Sofia
Möllner Micki
Solzandater Sofi
185
Haydl
Michael, Katharina
Haido Micki
Lorenzanchen
187
Kramer
Michael, Katharina
Lechewer Micki
Stefen Kathi
188
Lorenz
Friedrich, Katharina
Fridi
Stuck Kathi
189
Kramer
Michael, Sara
Jercpieter Micki
Jirkuanchen
189
Kramer
Johann, Katharina
Jerepieter Hanzi
Haza Kathi
190
Kramer
Johann, Katharina
Möllner Hanzi
Mag Kathi

Haus Nr.
Nachname
Vorname
Mann/Frau
Dorfname Mann /
Frau
219
Haydl
Michael,
, Regina
Palescher af dem Ploz
Prädijer Rejini
220
Wagner
Andreas,
Katharina
Mag Oinzi
Solzandater Kathi
221
Kramer
Michael,
, Sara
Möllner af dem Rech
Orjenisten Ziri
222
Schneider
Stefan,
Maria
Stefi
Mag Marichen
224
Wagner
Michael,
, Susanne
Mag Micki
Haido Susi
236
Haydl
Michael,
, Sara
Palescher Micki
Palescher Ziri
Häufigkeit der Familiennamen:
1.
Kramer
43
mal
18.
Orban
1 mal
2.
Müller
36
mal
19.
Knuff
1 mal
3.
Haydl
19
mal
20.
Wellmann
1 mal
4.
Wagner
10
mal
5.
Schuller
8
mal
6.
Schmidt
8
mal
7.
Welther
7
mal
8.
Funtsch
6
mal
9.
Henning
4
mal
10.
Lorenz
4
mal
11 .
Bell
3
mal
12.
Klein
3
mal
13.
Bloos
2
mal
14.
Schneider
2
mal
15.
Bettler
1
mal
16.
Jobi
1
mal
17.
Konz
1
mal

Anmerkung:
Vorliegende Namensliste wurde aufgrund noch vorhandener Erinnerungen von:
1. Haydl, Maria..........(Solzandater Mariechen Haus Nr. 31)
2. Haydl, Maria..........(Stefen Mitzi Haus Nr. 183)
3. Müller, Maria.........(Funtschen Mariechen Haus Nr. 99)
4. Wirth, Sara...........(Stefen Ziri Haus Nr. 32)
zusammengestellt.
Die Namen beziehen sich auf den Hof und die damals darauf lebenden Eheleute, Witwen und Witwer.
Kinder sind nicht miteinbezogen!


V. Die Zuckmantler Gemarkung (Hattert)


 
 

 

 
Flurbezeichnungen waren aus wirtschaftlichen
und Orientierungsgründen von jeher notwendig.
Die Namen der verschiedenen Lagenbezeichnungen
haben sich im laufe der Jahre geprägt und geformt.
Sie sind sehr mannigfaltig,dies ist auch aus
u.a. Auflistung ersichtlich.
1.
Ichpesch
31.
Schölprich
2.
Böckhülzchen
32.
Kirsche-Bangert
3.
Ichjrowen
33.
Dalchen
4.
Hoch
34.
Bearch
5.
Huerien
35.
Keapen
6.
Hemchen
36.
Hirekeapen
7.
Jröndstöck
37.
Köll
8.
Ainderm Läimpesch
38.
Koalbesch
9.
Zwäschen de Jrawen
39.
Hüle-Wech
10.
Hirjel
40.
Branchen
11.
Manjerscherhattert
41.
Majorobock
12.
un der Kier
42.
af der Wis dertneder
13.
Au
43.
Jenzderhül
14.
Earpelbearch
44.
hanjderm Stalbesch
15.
Longau
45.
Helten
16.
Jruesjekröt
46.
Beareköl
17.
Naderscherhattert
47.
Haja-Bearch
18.
Hattertköl
48.
Hajo
19.
Jiesrech
49.
Taborhel
20.
Sölztelbronnen
21.
anjderm Heaibesch
22.
Mondoplatz
23.
Hasslerjreat
24.
Stibronnen
25.
Bordel
26.
Bordel- Schölprich
27.
Honeftel
28.
Sölztel
29.
Duetschloch
30.
Paletch
Anm
erkung: Vorliegende
Namensliste wurde von der
Frauengruppe
erstellt.
- siehe
Familienliste-

Der "Keapen", (oben)
Typisch sächsisches Haus(unten)

VI. Zuckmantel


 
 

 

 

-Erinnerungen aus der Kindheit-
( bis 1939,von Helmut Müller)
Zuckmantel,in einem Tal gelegen durch welches sich 1944 noch die Schotterstraße zwischen Schäßburg und Tirgul- Mures in langgezogenen Bögen dahinschlängelte,war die nördlichste und letzte sächsische Ortschaft zwischen dem südlichen Teil Siebenbürgen und dem Nösnerland.Die beiden Nachbarortschaften Nadesch im Süden und Nagy- Kend im Norden waren etwa 4 KM von Zuckmantel entfernt und lagen ebenfalls an der Hauptstraße. Zuckmantel war von 1939 bis 1944 Grenzortschaft zwischen Rumänien und Ungarn,denn die Grenze führte quer über den Hattert auf halber Strecke zwischen Zuckmantel und Nagy- Kend.Als Kinder waren wir am Grenzübergang schon eingeteilt,die zur Feldarbeit hin-und her fahrenden Bauern auf versteckte Ware zu kontrolieren.
Die Gemarkung von Zuckmantel wurde durch"dä Bach", die sich aus dem Zusammenfluß der Nadescher und der Manjerscher Bach bildete, in zwei geteilt. Auf der linken Seite des Baches gabs Gemüsegärten, Hanfanbau,Ackerflächen,Wiesen,Weinanbau und Wald.
Auf der rechten Seite des Baches zog sich die breite DorfStraße entlang,gesäumt beidseitig von den typischen Häuserfronten des siebenbürgisch- sächsischen Baustiels.Der Berg stieg hier schneller an,doch gabs hier am oberen Dorfende auch das für uns Kinder unendlich lange Seitental wo frühmorgens die Viehherden auf die Hutweide getrieben wurden. Ackerbau,Weinbau,gelegentlich Wiesen und viel Wald prägten diesen Teil der Gemarkung.
Die Zuckmantler waren vorwiegend Bauern,den Industrie Arbeiter und "Pendler"aus dem Dorf gab es in den dreißiger Jahren noch nicht. Nebenberuflieh übten viele geschickte Dorfbewohner ein Handwerk aus,wie z.Bsp. Maurer, Tischler, Zimmermann, Wagner, Schuster u.a.m. Auch mein Großvater,der Möllner Hanzi war nebenbei oder hauptberuflichich konnte das nie so richtig feststellen- Tischlermeister und so spielten wir allzu gerne in den Hobelspänen "verkreches"(verstecken) wobei dann manchfrisch lackierter Sarg wie gepudert aussah, bis mein Großvater von der Feldarbeit aus dem "Jröndstöck" nach hause kam. Er war dann immer sehr begeistert, doch wir waren längst in Deckung in der " Bách ".
Um das notwendige Kleingeld zu verbessern, beschäftigten sich bekanntlich die Zuckmantler auch mit der Ziegelherstellung, u.zw. der Dachziegeln. So gab es fast auf jedem Hofe eine "Lihmköll" und im Schöpfen die Lattengestelle zum trocknen der Ziegeln vor dem Brennen. In den Nachbardörfern hiessen die Zuckmantler daher "de Lihmjekel". Die Lattengestelle waren wiederum hervorragende Klettergerüste für die Kinder wie auch der "Türkeschkoarnkoarf" zum trocknen der Maiskolben. Da es an Lehm nicht mangelte, hatten wir Kinder unser Spielzeug frei Natur. Auf glatten Steinen wurde der Lehm geknetet und gewalkt, rund geformt, ausgehöhlt, hereingespuckt und mit der Öffnung nach unten auf den Stein "aufgepletscht" dass es knallte und oft ein Stück Lehm uns in die Augen flog. Dieses Spiel hieß: "Pipikukspielen" wobei wir oft den Vers sangen:
Pipikuk a tschoara
wea te net wällt däuen
schlean ech dech weder an Staken
am Orsch sállt te mich laken .
Schmiede gab es zu der Zeit scheinbar zwei in Zuckmantel, einer davon war Kramer Michael Nr. 30 ( Klin Micki). Dieser reparierte alles was mit Eisen zu tun hatte; für uns am interessantesten war das Beschlagen der Pferde und Kühe mit heißen Eisen, wobei die Tiere dann oft ihre Bewacher zu Boden rissen. Der Sohn von Kramer Michael, auch Klin Micki genannt, hatte auf der Straße immer einen Stein in der Hand und warf auf alles Bewegliche und Unbwegliche. In die Mühle gingen wir gerne baden, denn hier gab es ein kleines Bassin mit warmem Wasser das vom Motor als Kühlwasser abgeleitet wurde. Ich glaube es war zu der Zeit das einzige Bad in Zuckmantel. Auch stand unter den Tannen im Mühlengarten ein ausrangierter Ford, für uns gut genug als Wigwam.

Übrigens hatte der Mühlenbesitzer Josef Orban, als einziger in Zuckmantel, ein Auto. Als gebürtiger Ungar konnte dieser hervorragend und alle Heiligen bei Namen nennend,schimpfen.Das Schimpfen wirkte bei Ärger bei den meisten Handwerkern in diesem Raum wie ein Überdruckventil. Danach fühlten sie sich angeblich erleichtert, so ihr Argument. Herr Orban zählte zu den Honoratioren von Zuckmantel, auch Hautevolee genannt. Zu den Standespersonen in Zuckmantel zählten weiterhin die kirchlichen Amts- und Würdenträger sowie die Angestellten der Kirche. Der Herr Pfarrer wurde mit dem Titel " Wohl ehrwürdiger Herr Vater " und seine Frau,die "tugendsame Frau Mutter" angesprochen. Der Rektor und die Lehrer waren für die Schulausbildung zuständig, aber auch für die Kulturtätigkeit insgesamt im Dorf sowie für die Ausbildung der Adjuvanten.
Ebenfalls war der Organist eine wichtige Person im Dorf. Oben aufgezählte Personen bildeten zusammen mit den Handwerkern und Geschäftsleuten die sogenannte " Intelligenz ",d.h. aber nicht,daß sie gescheiter waren als alle anderen,denn jeder war auf seinem Fachgebiet,ob Pfarrer, Rektor, Lehrer, Handwerker, Bauer, Notar ein Fachmann, der sein Wissen und Können gerne in den Dienst und zum Wohle der Allgemeinheit stellte. Im Siebenbürgen Lied lautet der dazugehörende Textabschnitt: "..wo keiner Herr und keiner Knecht ..", wobei aber jeder einzelne den anderen in seiner Art achtete und schätzte. So ist es auch zu verstehen, daß Sachsen,Rumänen und die aus den benachbarten Dörfern kommenden Ungarn in gut nachbarlichem Einvernehmen zusammenlebten.
In diesem Zusammenhang erzählt man sich, daß ein rumänischer Schweinehirte.bei der Taufe seiner Tochter 12 (zwölf) sächsische Taufpatinnen einlud und demzufolge später dann die entsprechende Hilfe bekam.
Im allgemeinen war für uns Kinder der Alltag nie eintönig und Langeweile war eher ein Fremdwort. Der Hof, Garten, die Straße und die freie Natur waren unser Spielplatz.Die Spielzeuge erfanden wir selber und bastelten aus Holz, Draht, einer "Zwirnschubbel" die besten Geräte. Wer lief schon nicht hinter einem alten Fahrradreifen oder einer "Renk"(Eisenring von einer Wagenradnabe), die man mit einem krummen Draht und einer Zwirnspule vorantrieb,die Straße auf und ab.Das der dicke Zeh sich unter diesen Umständen oft mit einem Stein begegnete und der"Malm" (feiner Straßenstaub) die Wunde abdichtete,war keine Seltenheit,denn Barfußlaufen war damals in, heute scheinbar wieder. Auch krochen wir barfuß ohne viel Mühe an der Ecke einer unverputzten Scheunenwand bis unter die " Stölpen " um die Spatzennester auszuheben.
In Feld und Wald kannten wir jeweils den Bestand der verschiedenartigen Vogelnester und mancher Junge, brachte die Eier für seine Sammlung im Mund,vom hohen Baum wohlbehalten zur Erde. Schwimmen lernten wir in der Bach, meistens aber nur den "Kutchasch-Stil"; zu diesem Zweck mußte ein Wehr aus Reisig und "Schölpen"(Erdballen) gebaut werden, damit das Wasser bis unter den Nabel reichte.Wer Glück hatte, durfte zum Hanfeinlegen in die kleine Kokel nach Kis- Kend mitfahren um zu helfen,den gewaschenen Hanf ans Ufer zu tragen.Hier konnten wir unsere Schwimmkunst richtig unter Beweis stellen, wie viel Wasser dabei geschluckt wurde,spielte uns keine Rolle. Aus Hanf drehten und flochten wir vier- und acht strähnige " Jieseln " (Peitsche) mit denen wir im Herbst das Vieh auf die Weide " af de Wis dertneden" austrieben.
Hier war es dann immer lustig und gemütlich. Man briet Kartoffeln am offenen Feuer, schüttelte die letzten Äpfel vom Baum und ließ sich eine Zigarette schmecken aus Zeitungspapier und(Kukuruzhaar) "Türkeschkoarnhear". Die waghalsigen ritten auf den "Böffeln"( Wasserbüffei), doch nicht selten landeten die Reiter schnellstens wieder am Boden, denn Büffel sind eben launisch. So z.Bsp. mußte meine Großmutter, Pichen Ziri Nr.50,beim melken immer ein rotes Tuch auf dem Kopfe tragen, mein Großvater wiederum stand hinter dem Büffel und hielt diesem mit einem Strick die Beine zusammengebunden. Das war angewandte Psychologie mit Strick- Technik. Wir wohnten übrigens eine Zeitlang am Hofe meines Großvaters, Haus Nr.50. Vor dem Haus stand die Dorfwaage. Gegen Regen wurde diese Waage durch einen fahrbaren Blechaufbau geschützt.
Auf dieser Waage, wie die Kinder dieses Ding nannten,konnte man sehr gut auf dem Hosenboden hinunterrutschen. So kam es, daß kaum ein Schulkind beim vorbeigehen es nicht versäumte, mindestens einmal auf die Waage mit poltern heraufzulaufen und hinunter zu rutschen. Da wir Geschwister am Nachmittag aber schlafen mussten, dies aber wegen dem Gepolter der Schulkinder nicht konnten, schmierte kurzerhand mein Großvater den ganzen Blechaufbau mit "päkurä"(Teer) ein. Aber siehe da, nach zwei Tagen war das Blech wieder blank und sauber, der Teer jedoch an den Hosenböden der Kinder. Danach wurden Nägel in die Rutschbahn hereingeschlagen, aber auch diese wurden krumm gerutscht. Mein Großvater gab auf, wir aber mussten nicht mehr nachmittags schlafen.
Anstattdessen mussten wir später gleich nach Schulschluß aufs Feld "ent Jröndstöck" Jenzdehül, en Honeftel.. und wehe wir vergaßen oder verfehlten den Hattertteil wo wir hinbestellt waren, es gab immerhin 48 Flurbezeichnungen auf dem Zuckmantler Hattert. Die Schulaufgaben machte ich in meiner Freizeit "anjder der Lüf" (unter dem Treppenaufgang), als Tisch dienten die Knie und der Stuhl war ein Holzklotz. Als Ablage für die Schiefertafel und sonstige Schulrequisiten wurde der Zwischenbalken des Treppenaufgangs benutzt. Hausaufgaben mußte ich zu hause nie vorzeigen oder aufsagen, dafür gab es keine Zeit. Nicht wegen der Hektik,im Gegenteil, wegen der Gemütlichkeit. Das waren Zeiten, die guten alten Zeiten.
Kindheitserinnerungen gibt es noch und noch, doch ist hier nicht der Platz sie alle aufzuzählen. Die Erlebnisse von damals haben sich eingeprägt und warten auf Abruf. Es war für uns Kinder die schönste Zeit, wenn auch einfach aber problemlos und reich an Ver-
ständnis und Menschlichkeit.
In Stichworten sei noch erwähnt:"Wönschen"am Neujahrstag, Blasi , Hahnenschießen am 2.0stertag auf der Au, Pfingsttanz auf dem Keapen, Pitter- und Palstag mit der Krone, Weinlese und das "Zurpen". Christleuchter und nicht zuletzt die schönen Weihnachtsbräuche.
Ist dies alles nur Vergangenheit ?!



Am 8.2.1931 wurden in Zuckmantel von Pfarrer Otto Leonhardt 10 Brautpaare getraut.



10 junge Frauen (1931)


Honklich backen
Hochzeit von Heinrich Schmidt

Vorbereitungen für die Hochzeit: "Honklich" backen ( oben) Hochzeit von Heinrich Schmidt (50 iger Jahre)


Mädchen in Kirchentracht 1982

Mädchen in Kirchentracht 1982


VII. ZUCKMANTEL


Begebenheiten, Anekdoten und Redewendungen


(Helmine Kraus, geb. Kramer, Krestel Mini, Nr. 75)
Markttag in Schäßburg
Auch Zuckmantler stehen mit Weintrauben in Schäßburg auf dem Markt. Sie haben ihre schönsten "Gudedel" und "Moskateller" abgeschnitten und sorgfältig in Kisten und Korben verpackt nach Schäßburg auf den Markt gebracht. Sie wissen, daß man nur gute und schöne Ware schnell und gut verkaufen kann. Die Schäßburger kommen, schauen und kosten. Sie kosten so lange, bis sie gut satt sind, dann sagen sie geringschätzig: "Ach,de sen ja sauer" und verziehen den Mund. Ü diese Unverschämtheit ärgert sich der Lorenz Hanzi so sehr, daß er laut ruft: "Sauer oder net sauer, des Wejmern mössen de Scheesbricher alles freesen!"

Geographiestunde
Auf einer Fosnich in der 2. Nachbarschaft fragt der alte Thumesbatja: "He , wie wies wea der Olt antspreunt?"
Antwort: "Anj un der Konzeloei."
"Und wea antspreunt de Theiß?"
Antwort: "Heunder den Schandaren!"

Akewetzcheressen
Die Stipa Mitzi, heute Mutter,Groß- und Urgroßmutter, damals ein beliebtes Mädchen, hatte an einem Sonntagnachmittag ihre Kameradinnen zum Akewetzcheressen eingeladen.Die Mädchen kommen, bestaunen den alten,dicken,hohen Baum,der über und über voll mit reifen Akewetzcher ist. Mein Onkel Martin, ihr jüngster Bruder, damals noch ein kleiner Junge, muß auf den Baum klettern und Akewetzcher schütteln. Der Martin kriecht bis in die Spitze, schüttelt, die Birnen fallen, die Mädchen klauben.
Auf einmal wird es still,der Martin schüttelt nicht mehr, er rutscht aus der Baumspitze herunter, tiefer und immer tiefer. Als das die Mädchen bemerken, schreien sie ihm zu: "Bleib oben, schüttel noch, bleib oben!" Der Martin schreit hinunter: "Ech möß owen!" "Sech dote oawen blewst!" schreien sie hinauf. Der Martin folgt, er bleibt oben, zieht sich die Hose herunter und setzt sich auf einen Ast. Und da rauscht es auch schon durch die Zweige. Die schnelle Klin Zuri ist als erste unter dem Baum,in der Meinung, es seien wieder Akewetzcher, was da fällt.
Da trifft sie das Unglück grad auf das Schünhemd (Trachtenhemd). Als sie die Bescherung sieht, läuft sie zu meiner Mutter und schreit: "Säch, wota jemocht hot! Wonn dot menj Bräuder wer, ech wörd em jean!" "Jong an jewem" ("Sieh,was er gemacht hat!Wenn das mein Bruder wäre,ich würde ihm geben! Geh und gib ihm") war der Rat meiner Mutter, aber der Martin war auf dem hohen Baum in Sicherheit, er blieb auch oben und kam erst herunter als alle weg waren.

Thumes Martin am Pfingsttag
Martin Kramer, Thumes Martin, wollte sich das Heruntergehen vom Keapen an einem Pfingsttag nach dem Tanz ersparen.Seine Kameraden schleppen ihn vom steilen Keapen herunter und legen ihn vorsichtig vor die Tür im Hof. Seine Mutter kommt herausgelaufen und als sie sieht, daß sich ihr Martin nicht rührt, fängt sie zu weinen an und ruft die Nachbarinnen. Auch die Nachbarinnen glauben,daß Martin tot ist. Sie fangen an zu jammern und beraten, was nun zu tun sei. "De Lot mößem dich bestalln", sagt eine, "Uch auszejen mos em en" sagt die andere.. Da gibt Martin das Totspielen auf, springt auf und schreit: "Ir Zaddern, wot wallt ir? De Lot wallt ir mer bestalln uch mech auszejen?! Na, dot äs höasch vun öch!"

Det Wentchen koaren
Mein Vater, Krestel Peter, erzählt: Weine Kameraden und ich, wir waren noch Schuljungen, wollten "das Wentchen koaren". Wir besprochen, was ein jeder bringen soll und wieviel Lei jeder geben muß, damit eine Ente gekauft werden kann und bei wem sie gebraten werden soll. Wir fragen und bitten Stefan Müller's, Kadar Stefan's Mutter, sie sagt: "Ja". Am Sonntag Mittag sitzen wir Kameraden alle bei ihnen am großen Tisch, in Hemdärmeln, die Gabel schon in der Hand und warten auf die Ente, die noch im Rohr bruzzelt. Wir sind alle sehr hungrig. Auf einmal geht die Tür auf und die Schmidan kommt herein, geht direkt zum Ofen, macht das Bratrohr auf, nimmt die gebratene Ente heraus und geht davon. Wir schauen ihr entsetzt nach und erst,als ihr einige von uns nachlaufen wollen, gestehen die zwei Kameraden, die die Ente kaufen sollten,daß sie die Ente nicht gekauft, sondern von der Schmidan gestohlen haben. Den Kopf hatten sie auf die Gasse unter die Brücke geschmissen,das war für die Schmidan der Wegweiser zu ihrer Ente.

Ech bron jenen am...
Zwei Zuckmantler haben sich einmal geschlagen. Endlich liegt der eine am Boden und kann seinen Gegner nicht mehr abwehren, da schreit er: "Kut schnel ihr Löt, neaden awech , sös , won ech afstean, ech bronjenen am !"

Tütterchen
In der ersten Klasse der Volksschule sprach die Frau Lehrerin manchmal auch sächsisch mit den Kindern. "Martin, amwot waatzt teu asöfelter met denjem Tütterchen?" Martin: " Chä, dot äs dich der Orsch!"

Im Unterricht..
Die Frau Lehrerin erklärt den Kindern die Wiewörter, Eigenschaftswörter: der Ofen ist schwarz, die Bank ist hart, der Baum ist grün.. "Wie ist das Fenster?" Antwort: "Mückenbeschissen."

Won ihr Orsch. . .
Meine Großmutter war mit ihrem jüngsten Sohn,dem Martin, Kukurutz hacken. Er war mit seiner Reihe weit zurückgeblieben. Die Großmutter mußte ihn immer wieder mahnen: "Martin komm." Da hört Martin einen Flieger, er stützt sich auf den Stiel der Hacke und sucht am Himmel den Flieger. Der Flieger ist schon längst weg, Martin aber steht noch immer und schaut in den Himmel. Die Großmutter ruft: "Martin komm!" "Jeu Motter, won ihr Orsch a Flejer wer........"

Die mutigste Frau von Zuckmantel..
Frau Katharina Lorenz, Stuck Kathi,war eine zeitlang Glöcknerin. Sie wohnte mit ihrer Familie in der Stuff gleich neben der Kirche. Als sie einesAbends aus der Gass (Spinnstube)nach hause kommt, es ist schon sehr dunkel, sieht sie auf einem Grab eine Flamme brennen. Zuerst erschrickt so,daß sie zittert, dann aber sagt sie sich: ich muß hingehen und sehen was das ist,sonst habe ich ja jeden Abend leim Nachhause kommen Angst. Sie faßt sich ein Herz und geht mutig durch den dunklen Friedhof auf die Flamme zu. Beim Näherkommen sieht sie schon, daß dort auf dem Grab kein Feuer brennt,sondern ein morsches Holz liegt,das in der Dunkelheit(Phosohor) glüht, und von weitem wie eine Flamme aussieht. Sie faßt es an und schmeißt es über die Friedhofsmauer: "Teu verfleuchtet, föllet Hulz, hun ech mech arfert voar dir."

Der Funtsch beim "Kufes"..
Wein Vater erzählt: Der Funtsch beim "Kufes" war auch bei den Adjuvanten, die gelegentlich oben bei der Orgel sangen, dirigiert von Rektor Schönauer. Wenn der Funtsch nun Durst hatte, und den hatte er oft, ging er zu Rektor Schönauer und machte ihm klar, er müsse ihm die Haare stutzen, denn der Herr Räkter müsse ordentlich aussehen. Als Lohn für das Stutzen bekam dann Funtsch auch ein Kännchen Wein, oder auch zwei. Einmal nachdem er Herrn Schönauer die Haare geschnitten hatte, fragte Herr Räkter: "Wällt te ist dränken?" worauf Funtsch erwiderte: "Ech hun äing jedocht, an Herr Räkter wer an jeschejt Mensch, näu möß ech awer frejen, wäi der Harr Räkter nar asu tumm frejen kon".

Neujahrwünsche
Zu Neujahr überbrachten der Altknecht und die Altmaid dem Pfarrer jeweils die Neujahrswünsche der Bruder- und Schwesternschaft. Ein Altknecht wollte einmal ganz gescheit wünschen und sagte:" Mir wöntschen dem woalierwirdijen Harr Voter a jlöcklich nai Jeahr und der tujendsemen jnedijen Fra Motter det Jejentil".

....
He Neaber, hoste ist Pale?"
"Chä, awer ech hun nichen Stampel!"
"Dot mocht ja nest.menj Möl halt jelat a Stampel."

....
"Kut an est uch drenkt, mir hun wähär."

....
"Steadär äm Dürchen,Neabär ?"
"Chä,mär stean !"

....
" Antschaldicht, dot ech zeu öch kunn."
" Et äs näst jefelt."

Et fallt mer einzet näst mi en, villicht awer öch !


VIII. HEIMAT


 
 
 
 
 
 
(Gedicht von Karl Haydl)
Heimat ist der liebe Ort,
wo ich zu hause hin.
Doch zieht's mich immer wieder fort
wo ich geboren bin.
Heimat war das Land, woher ich komm
mit seinen alten Bräuchen und Sitten.
Dort bin ich aufgewachsen froh und fromm
in meiner Eltern und Geschwister Mitten.
Heut hab ich eine neue (alte) Heimat hier
in meiner Vorfahren Mutterland.
Es geht mir gut, es gefällt mir hier,
doch denk ich gerne an mein Heimatland.
An die Gemeinde nur mit einer Gasse
bebaut mit Häusern wohlgedieh'n,
die sich entlang der alten Kaiserstraße
harmonisch durch die Landschaft zieh'n.
Ich spüre jetzt den großen Drang,
(bin schon seit Jahren von ihr fort)
zu erforschen ihren Werdegang-
"mein Zuckmantel"-diesen trauten Ort.

Ich hat einen Kameraden.

Ich hat einen Kameraden...


IX. GRUSS AUS ZUCKMANTEL


 
 
 
 
 
 

Liebe Landsleute von Zuckmantel!
Ich fühle mich besonders geehrt durch die Aufgabe die mir zuteil geworden ist, bei diesem großen Ereignis, dem l.Zuckmantler- Treffen in Nürnberg, einige Worte an Euch zu richten. Im Namen der Zuckmantler aus Eurem Geburtsort und in meinem eignen Namen, senden wir allen Anwesenden die besten Grüße und sagen Euch, herzlich willkommen aus der alten Heimat. Möge auch dieses Treffen durch Erbarmen unsres Herrgotts und unter seinem Segen stattfinden.
Durch das unerbärmliche Schicksal der letzten Vergangenheit , des 2.Weltkrieges sowie durch die heutigen Umstände und Zustände veranlaßt, lebt Ihr in der Welt zerstreut und getrennt von uns. Trotzdem sind wir in Gedanken, über Grenzen und Wasser hinweg,mit Euch verbunden,liebe Landsleute Viele unserer Zuckmantler Freunde, die die Heimat in den 40-iger Jahren, sei es als Wehrpflichtige oder als Arbeitskräfte verlassen mußten, sind nicht mehr nach hause gekommen. Durch ihr Schicksal war es ihnen nicht vergönnt ihre Heimat und ihre Familie wieder zu sehen, sich mit den Angehörigen zu freuen, weiter zusammen zu leben. Sie mußten sterben, Opfer bringen.
Es erübrigt sich,auch bei diesem feierlichen Anlaß ihrer in einer stillen Minute zu gedenken. Möge der Allmächtige Gott im Himmel ihren Staub segnen in der fremden Erde, ihnen am Tag der Auferstehung ein gnädiger und barmherziger Richter sein und ihre Seele erfreuen in der Ewigkeit.
Es ist nicht meine Absicht auf diese festliche Stimmung einen Schatten zu werfen, trotzdem möchte ich zwei Sätze aus einem bekannten Lied anführen, wo es u.a. heißt:
"Die Heimat im Herzen,
die Heimat im Sinn,
an die denk ich mit Schmerzen
wo auch immer ich bin"
,ja,wo auch immer ich bin. Die alte vertraute Heimat wo ich geboren bin, wo ich die Kindheit verbrachte und im Elternhaus aufwuchs und wo ich mit der Jugendgefährtin den Bund für's Leben schloß...Wir sind daher Gott dankbar und vertrauen auf ihn.
Für das Zustandekommen dieses großen Festes, des l.Zuckmantler-Treffens, spreche ich Helmut Müller als Initiator und allen seinen treuen Mitarbeitern im Namen der hiesigen Zuckmantler, und in meinem eigenen Namen den herzlichsten Dank aus.
Liebe Landsleute,wir sind fest überzeugt, daß dieses Fest durch gegenseitige Achtung, Respekt und Entgegenkommen gelingen wird. Möge dieses Treffen in Zukunft zur Tradition werden,möge es allen Teilnehmern ein Gefühl der Geborgenheit, der Freude und der Erinnerung mit auf den Heimweg geben.
Wir aber hier daheim sind in Gedanken bei Euch, liebe verehrte Zuckmantler Landsleute.
In diesem Sinne möchte ich auch schließen in Achtung vor Euch.
Gott im Himmel sei mit uns!
Euer Heinrich Schmidt od.Schmeden Heinrich
(obige Grußworte wurden von einem in sächsischer Mundart besprochenen Tonband, sachgemäß übernommen)


Sonntag Nachmittag: Af der Gass
Sonntag Nachmittag: Af der Gass

Sonntag Nachmittag: "Af der Gass"



Kelchförmiges Steintaufbecken


NACHWORT


 
 
 
 

Liebe Zuckmantler,
aus Anlaß unseres ersten Zuckmantler- Treffens haben wir uns bemüht, Ihnen diese kurzgefaßte Festschrift vorzulegen. Unsere Absicht war es, das Interesse für die Vergangenheit, für die Geschichte unseres Heimatortes zu wecken und zugleich Denkanstöße für die Erweiterung dieses Materials zu geben. Wir glauben und hoffen, daß sich viele unserer Landsleute mit dieser Materie befassen werden und den Wunsch äußern,mehr über Zuckmantel lesen und erfahren zu können.Daher unser Aufruf an alle Wissensträger aus Zuckmantel, Ihren Beitrag in Form von schriftlichen Berichten und Erzählungen, die dann als Zeugnisse von dokumentarischem Wert den Nachkommen erhalten bleiben sollen,dem Arbeitskreis zuzusenden. Vielleicht kann dies die Grundlage für ein Zuckmantler Heimatbuch werden.
Gerade in der heutigen Zeit und in unserer Lage erscheint das Wort Wilhelm von Humboldts beachtens- und nachdenkenswert: "Die Vergangenheit und die Erinnerung haben eine unendliche Kraft, und wenn auch schmerzliche Sehnsucht daraus quillt, sich ihnen hinzugeben, so liegt darin doch ein unaussprechlich süßer Genuß".
Zugleich aber vergessen wir nie das Land unserer Väter, wo unsere Wiege stand.
Der Heimatdichter Otto Kaufmann aus dem Bergischen Land sagt dazu: "Besseres kann kein Volk erwerben, als der eigenen Väter Brauch. Wenn des Volkes Bräuche sterben, stirbt des Volkes Seele auch."
Wir danken all' denen "Hüben und Drüben",die uns durch ihre Bereitschaft, Mühe und Hilfe, beim Zustandekommen dieser Festschrift unterstützt haben.
K.H. und H.M.